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Hilfe wiegt ganz schön schwer!

Vorhelm - 

Im ersten Jahr waren es schlappe 44 Kilogramm, 2016 schon 377,4. Jetzt übergaben die Vorhelmer 1399 Kilogramm der kleinen Metallplättchen für die Darmkrebs-Hilfsaktion von Ingo Petermeier. 

Von Christian Wolff

Vorhelmer sammelten Kronkorken Diese Hilfe wiegt ganz schoen schwer image 630 420f

Mit vereinten Kräften hoben Ingo Petermeier (6.v.l.) und zahlreiche Unterstützer aus Ahlen, Vorhelm, Sendenhorst und Beckum die Sammelbehälter mit den Kronkorken auf die Waage. Ronny Pälmke (kl. Bild) zählte die Messergebnisse zusammen. Foto: Christian Wolff

 

 

Dass ein Abfallprodukt für solch glückliche Gesichter sorgen kann, wie es am Montagabend auf dem Hof Schlautmann der Fall ist, verstehen nur diejenigen, die den ernsten Hintergrund kennen: Die unzähligen Kronkorken, die in Tüten, Kartons, Eimern und Kübeln herangekarrt werden, kommen ei­nem guten Zweck zugute – der Darmkrebs-Patientenhilfe der Felix-Burda-Stiftung.

Es ist schon mehr als drei Jahre her, da las Michael Brinkkötter in der Zeitung von einem ungewöhnlichen Projekt: Der Wadersloher Ingo Petermeier sammelt im gesamten Umland, und inzwischen sogar in den benachbarten Niederlanden und in Österreich, alle Kronkorken, die er auftreiben kann. In der Masse ist das Metall der kleinen Flaschenverschlüsse, die meist unbeachtet weggeworfen werden, nämlich bares Geld wert, das Betroffenen der heimtückischen Krebserkrankung zugute kommen soll.

„Ich hatte die Sache schon fast wieder vergessen“, gibt Brinkkötter im „AZ“-Gespräch zu. „Aber dann stieß ich beim Fegen vor der Haustür auf einen platt gedrückten Kronkorken.“ Da kam ihm Petermeiers Aktion erneut in den Sinn – und der Vorhelmer begann zu sammeln, was das Zeug hält. Freunde, Nachbarn und Bekannte machten schnell mit. Schließlich motivierte Brinkkötter, der hauptamtlich bei der Feuerwache in Ahlen aktiv ist, seine Kameraden. „Im ersten Jahr hatten wir 44 Kilogramm gesammelt, im zweiten dann schon 377,4 Kilogramm“, erzählt er.

Doch der aktuelle Ertrag des Jahres 2017 stellt das Bisherige in den Schatten: Stolze 1399 Kilogramm errechnet Ronny Pälmke nach dem gemeinschaftlichen Wiegen. Ingo Petermeier, der zur Übergabe der Metallmenge nach Vorhelm gekommen ist, staunt. „Das ist schon eine Hausnummer, die ich selten habe“, verrät er.

Keine Frage: Diesmal hat Michael Brinkkötter auf zahlreiche Vereine und Verbände aus dem Umland zählen können. Neben den Feuerwehr-Löschzügen Hauptwache und Vorhelm holte er auch die FeuerwehrSendenhorst mit ins Boot, daneben die Polizeiwachen Ahlen und Beckum. Allein die Sendenhorster Blauröcke schleppen am Montag neun große Tonnen mit 11 095 einzelnen Kronkorken – insgesamt 221,9 Kilogramm – zum Übergabetermin. Ein einzelner Kronkorken wiegt etwa zwei Gramm.

Nicht minder fleißig sammelten der Ruderclub Hamm, die Freckenhorster Werkstätten auf dem Hof Lohmann, der Förderverein „Kulturgut Samson“ in Tönnishäuschen und von all denen wiederum Multiplikatoren im Freundes- und Bekanntenkreis. „Das zieht unglaubliche Kreise“, stellt Michael Brinkkötter fest.

Was Petermeiers gesamter Kronkorken-Ertrag dieses Jahres ausmacht, steht allerdings erst im neuen Jahr fest. „Am 3. Januar wird gewogen und dann geht das Altmetall zu unserem Wadersloher Wertstoffhändler“, so der Initiator. Anschließend stehe erst fest, wie viel Geld die Verschlüsse für den wohltätigen Zweck einbringen. Eines kann Petermeier aber schon jetzt mit Stolz verkünden: „In den vergangenen Jahren konnte ich der Stiftung 6670 Euro überweisen.“

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Ronny Pälmke zählte die Wiege-Ergebnisse zusammen. Foto: Christian Wolff

 

In die Aktion fest eingebunden ist übrigens auch Ingo Petermeiers Bruder Sven, der sich als Lkw-Fahrer regelmäßig um die Abholung solch schwerer Metallspenden kümmert. „Wir haben 2015 mit einer Jahressammlung von 24,6 Tonnen Kronkorken einen Weltrekord gebrochen. Der lag zuvor bei 2,6 Tonnen. 2016 hatten wir schon 32,85 Tonnen“, zählt Ingo Petermeier auf, der im Hauptberuf Koch ist. „Ich bin gespannt, was wir im Januar auf die Waage bringen.“ Und was 2018 angeht, da ist Vorhelm zweifellos wieder dabei, verspricht Michael Brinkkötter. „Wir sammeln an so vielen Stellen. Ich finde manchmal eine Tüte vor meiner Haustür, weil die Leute wissen, wofür wir das hier machen.“